Docker auf Windows Home installiert

Ich hatte vor einigen Jahren schon eine Docker Installation unter MacOS. Zuerst noch die Lösung mit Virtual Box, entspricht der heutigen „Docker Toolbox“, Docker braucht ja ein Linux als Basis und kein BSD Unix. Nach einemUpdate hatte ich dann eine „moderne“ Docker Installation ohne die Virtual Box als Basis. Der Plattenplatz auf dem MacBook wurde aber irgendwann knapp, deshalb flog Docker von dem Rechner.

Vor einigen Wochen habe ich mir einem Windows Notebook gekauft, I7 CPU, 128 GB SSD und 1 TB Festplatte. Es ging mir um die Frage „Kann ich auf Windows umsteigen, wenn es mein Lieblings-Betriebssystem nur noch mit einem Spiegel als Monitor gibt?“

Das meiste war schnell eingerichtet, ich hatte in der Vergangenheit darauf geachtet, dass meine „Arbeits-Anwendungen“ auch unter Windows und Linux verfügbar sind. Wirklich fehlt mir nur Time Maschine, die Suchfunktion und vor allem die „Intelligenten Order“ im MacOS Mail Programm.

Wichtig, unter Windows auch den „Windows Linux Service Ubuntu“ (siehe Microsoft Store) installieren, dann kann man aus „CMD.EXE“ mit „bash“ in den Linux-Mode umschalten.

Ich hatte noch den „OpenSSH Server“ in Windows installiert.

Jetzt wird es sprachlich kompliziert, es gibt Microsoft Windows und etwa genauso alt „X-Window“, eine grafische Oberfläche für Unix. Sie besteht aus einem „X-Server“, in den Achtzigern ein Terminal, also einen „Kasten mit Bildschirm“, heute in der Regel einer Software. Der X-Server heisst Server, auch wenn er die Schnittstelle für den Benutzer ist, weil er für das Programm der „Server“ für Ein- und Ausgabe ist. X-Server und Programm unterhalten sich per TCP/IP, es ist also egal, ob sie auf der gleichen Maschine laufen, oder über Kontinente getrennt sind.

Ein X-Server gehört nach meiner Meinung aus zu einer Unix Umgebung.

Hier habe ich XLauch auf dem Windows Rechner installiert und zum Ausprobieren mit „apt-get install kate“ den KDE Editor zum Ausprobieren. 

Von meinem MacBook aus dem Terminal kann ich mit „ssh benutzer@windows-rechner“ auf den den Linux Teil des Windows Rechners zugreifen. Nächster Test, auf dem MacBook den X-Server starten, xterm (Terminal unter X-Window) läuft, mit „ssh -X benutzer@windows-rechner“ wechseln, läuft. Nun ein grafisches Linux-Programm (kate, x-eyes, …) starten. Nun sollte auf dem MacBook ein neues Fenster aufgehen und das Programm zu sehen sein. Ein Fenster öffnete sich, aber auf dem Windows Rechner. Verschiedene Versuch mit der DISPLAY-Variable, kein Erfolg. Nach längerem Suchen fand ich die Lösung, Microsoft hat es (noch?) nicht in sein OpenSSH eingebaut, Schade.

Die Gegenrichtung, also ein X-Window auf dem Windows Rechner für eine graphische Unix-Anwendung auf dem MacBook geht (wie gewohnt) ohne Probleme.

Nach dem alles lief, habe ich mich an die Installation von Docker gemacht.

Der Rechner wurde mit „Windows 10 Home“ geliefert, damit funktioniert die normale Dcker Desktop Installation nicht. Also die Docker Toolbox genommen und installiert. Ich habe Virtual Box mit mehreren Virtuellen Maschinen am Laufen, also habe ich das Kreuzchen für „Installieren von Virtual Box“ herausgenommen. Damit lief dann Docker nicht.

Also noch einmal versucht, jetzt mit „Installieren von Virtual Box“. Danach liefen meine anderen Virtuellen Maschinen nicht mehr. Also das Installationspaket für Virtual Box von Oracle noch einmal installiert, es lief alles. Meine Virtuellen Maschinen wie gewohnt, aber der Docker nicht genauso so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Insbesondere die Verwendung des Laufwerks „C:“ wollte ich nicht, dort habe ich ja nur wenig Platz.

Damit back to the roots. Ich installierte auf Virtual Box einen „Ubuntu Server“ mit Long Time Support und packte das Image zu den anderen Virtuellen Maschinen auf das Laufwerk „D:“. 

Natürlich OpenVPN Server nicht vergessen.

Aber Docker erst später installieren, die Pakete der Distribution sind manchmal recht alt. 

Sah gut aus, nur war die Virtuelle Maschine nicht in meinem Netzwerk erreichbar.

Also eine „Netzwerkbrücke“ bei der Installation in Virtual Box als Netzwerk Adapter 3 angegeben und neu installiert (geht schneller wie in den Netzwerkeinstellungen von Linux die Einstellungen zu ändern, der Server hat ja kein GUI), und schon war die Maschine auch in meiner Fritz!Box zu sehen. Die Netzwerkbrücke hat als „Hardware“ den Ethernet Controller des Notebooks (ist ja auch 1 GBit), wenn das Kabel eingesteckt ist, schaltet der Notebook das WLAN ab. Also das Kabel gezogen und einen weiteren Adapter mit dem WLAN Controller eingerichtet. Nun war die Virtuelle Maschine unter einer anderen IP Adresse auf der Fritz!Box zu sehen, aber beide unter dem Netzwerk Namen, die ich der Ubuntu Server gegeben hatte. Unschön, aber damit kann ich leben.

Mit „apt-get update“ und „apt-get upgrade“ für die aktuellen Version gesorgt, daran sollte man auch bei einer frisch Virtuellen Maschine denken.

Jetzt noch die wichtige Software installiert.

Ich bin „ein Kinder der Achtziger“, mag also den Norton Commander. Unter Linux gibt es einen Nachbau Midnight Commander, kurz „mc“, mit „apt-get install mc“ installiert und ausprobiert, super.

Falls man doch einen Web-Browser auf der Maschine braucht (weil nur localhost Anfrage erlaubt sind) mit „apt-get install firefox“ dem Browser installiert.

Um ihn nutzen zu können, braucht man auf Windows einen X-Server, zum Beispiel XLaunch.

Ich hatte ihn schon installiert, also auf Windows „cmd.exe“ gestartet, mit „bash“ (vorher natürlich den Ubuntu Linux Service unter Windows installieren), „xterm &“ um ein X-Window Terminal zu starten, mit „ssh X benutzer@ubuntu-server“ auf den Ubuntu-Server wechseln, „firefox &“ dem Browser starten, läuft.

Die HTML Verwaltungsoberfläche webmin hatte mir vor Jahren auf meinem PowerBook (ja, mit Power-PC CPU) gute Dienste geleistet. 

Problem, auf der Download Adresse gab es eine ältere Version. Nach der Installation von Host (Windows Rechner) webmin mit „https://192.168.#.#:10000“ aufgerufen. Der Chrome Browser beschwerte sich wegen der fehlenden Zertifikate bei https, aber nach drei Klicks sah ich das Login von webmin. Einloggen mit den Benutzer der Virtuellen Maschine und das Update auf die aktuelle Version durchführen.

Nun Docker und Docker-Composer installiert.

Getestet mit „docker-compose –version“, passt.

Docker ist nett, aber manchmal ist ein GUI schöner. Also „Portianer“ installiert. Mit „https://192.168.#.#:9000“ aufgerufen, läuft.

Den Text hatte ich im Sommer 2019 geschrieben. Mittlerweile habe ich auf dem Windows Rechner „Win10 Pro“ installiert, im MacBook ist eine größere SSD.